Screenreader-Test mit NVDA: Hier kannst du den NVDA herunterladen
Barrierefreiheit im Web bedeutet, dass Websites für alle Menschen zugänglich sind, also auch für blinde und sehbehinderte Nutzer, die auf Screenreader angewiesen sind. Einer der beliebtesten Screenreader unter Windows ist NVDA. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du mit NVDA deine Website auf Barrierefreiheit testen kannst.
Was ist NVDA?
NVDA (NonVisual Desktop Access) ist ein kostenloser Open-Source-Screenreader für Windows. Er liest Inhalte auf dem Bildschirm vor und ermöglicht die Navigation und Bedienung ausschließlich mit der Tastatur. Menschen mit Sehbehinderung nutzen NVDA, um Websites, Anwendungen und Dokumente zu „sehen“ – indem sie sie hören.
Wenn du wissen möchtest, wie deine Website für diese Nutzer wahrgenommen wird, kannst du NVDA selbst ausprobieren.
Warum du mit NVDA testen solltest
Die Tests mit NVDA zeigen dir, ob:
- Die Inhalte deiner Seite in sinnvoller Reihenfolge vorgelesen werden
- Überschriften korrekt strukturiert sind
- Formulare richtig beschriftet sind
- Links und Schaltflächen verständlich benannt sind
- Bilder mit passenden Alternativtexten versehen sind
Und das Beste: Du kannst direkt mit der Tastatur testen – ohne zusätzliche Hardware oder Vorkenntnisse.
NVDA installieren
Du kannst NVDA kostenlos herunterladen: https://www.nvaccess.org/download/
Installation:
- Lade das Installationsprogramm herunter.
- Starte es und wähle „Install NVDA on this computer“.
- Nach der Installation kannst du NVDA mit Strg + Alt + N starten.
Tipp: Beim ersten Start bekommst du eine Sprachausgabe – lass dich nicht stressen, du kannst alles mit der Strg-Taste pausieren.
Grundlagen der Navigation mit NVDA
Hier sind die wichtigsten Tastenbefehle, die du beim Testen brauchst:
| Funktion | Tastenkombination |
|---|---|
| Sprachwiedergabe pausieren | Strg |
| Zum nächsten Element springen | Tab oder Pfeiltasten |
| Überschriften durchgehen | H / Shift + H |
| Zu Formularfeldern springen | F / Shift + F |
| Links durchgehen | K / Shift + K |
| Liste aller Elemente öffnen | NVDA + F7 |
| NVDA-Menü öffnen | NVDA + N |
Hinweis: Die NVDA-Taste ist standardmäßig die Caps Lock-Taste oder Insert.
Screenreader-Test mit NVDA: Schritt für Schritt
Schritt 1: Öffne deine Website im Firefox-Browser
NVDA funktioniert besonders gut mit Firefox – dort ist die Unterstützung für Screenreader am stabilsten.
Schritt 2: Navigiere mit den Tasten durch die Seite
Verwende:
- H für Überschriften
- Tab für interaktive Elemente
- Pfeiltasten für normalen Lesemodus
Achte dabei auf:
- Verständliche Reihenfolge
- Klare und informative Texte bei Links, Buttons und Überschriften
Schritt 3: Nutze das Element-Navigationsfenster
Drücke NVDA + F7, um eine Liste aller Überschriften, Links und Formularelemente zu sehen. Damit kannst du sofort erkennen:
- Ist die Überschriftenstruktur sinnvoll (H1–H6)?
- Sind Links eindeutig benannt?
- Gibt es unbeschriftete Formularfelder?
Schritt 4: Teste Formulareingaben
Springe mit F von Feld zu Feld und prüfe:
- Wird die Feldbezeichnung vorgelesen?
- Sind Radiobuttons und Checkboxen verständlich?
Beobachte, ob du das Formular vollständig und korrekt ohne Maus ausfüllen kannst.
Schritt 5: Überprüfe Alternativtexte von Bildern
Wenn Bilder relevante Informationen enthalten, liest NVDA deren alt-Text vor. Achte darauf, dass:
- Bilder mit Inhalt einen sinnvollen Alternativtext haben
- Dekorative Bilder mit leerem alt="" ignoriert werden
Tipps für den Einstieg
- Starte mit kleinen Seiten – z. B. deiner Startseite oder einer typischen Unterseite
- Setze dich bewusst mit der Tastaturnavigation auseinander
- Höre genau hin: Alles, was du hörst, ist das, was Nutzer:innen wahrnehmen
- Teste regelmäßig im Entwicklungsprozess – nicht erst am Ende
Screenreader-Test mit NVDA: Testen ist entscheidend für die Barrierefreiheit
Barrierefreiheit lässt sich nicht am Reißbrett garantieren. Erst der praktische Test zeigt, ob eine Website tatsächlich benutzbar ist. Und genau hier setzt NVDA an. Der kostenlose Open-Source-Screenreader für Windows gehört zu den am weitesten verbreiteten Hilfsmitteln blinder und stark sehbeeinträchtigter Nutzerinnen und Nutzer. Wer ihn installiert, kann die eigene Seite unmittelbar so erleben, wie sie akustisch vermittelt wird: als lineare Abfolge von Überschriften, Links, Formularfeldern und Textblöcken.
Dieser Perspektivwechsel ist der eigentliche Gewinn. Automatisierte Prüfwerkzeuge wie axe oder Lighthouse finden zuverlässig technische Verstöße; ein fehlendes alt-Attribut, unzureichende Kontraste, ein nicht ausgezeichnetes Formularfeld. Sie sagen aber nichts darüber, ob die Seite verständlich ist. Ob die Navigation nachvollziehbar bleibt, ob ein Modal den Fokus korrekt einfängt, ob eine Fehlermeldung überhaupt angesagt wird: Das hört man erst, wenn man zuhört.
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Alex ist bei uns Geschäftsführer und Spezialist für Barrierefreiheit sowie Datenschutz.
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